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Metallographie

Leitung: M.Sc. Marcel Münch

Die Metallographie ist eine zentrale Disziplin der Werkstoffwissenschaft, da sie den direkten Zugang zu Informationen über das Gefüge technischer, vor allem metallischer Werkstoffe ermöglicht. Über die gezielte Präparation und mikroskopische Analyse von Proben lassen sich Gefügebestandteile wie Versetzungen, Körner, Phasen und Ausscheidungen abbilden und quantitativ beschreiben. Damit bildet die Metallographie eine wesentliche Grundlage, um Zusammenhänge zwischen Herstellung, Verarbeitung, Gefüge und den daraus resultierenden Eigenschaften eines Werkstoffs zu untersuchen und zu verstehen. Sie ist für die Erreichung unserer Forschungsziele daher unverzichtbar.

Am Lehrstuhl Werkstoffwissenschaft stehen hierfür umfangreiche Präparationsmöglichkeiten zur Verfügung. Für das Trennen unterschiedlichster Werkstoffe können mehrere grobe und feine Nasstrennschleifmaschinen genutzt werden. Zudem stehen über die zentrale Werkstatt der Fakultät für Maschinenbau auch Drahterosion und Wasserstrahlschneiden als schonende Trennverfahren zur Verfügung. Anschließend können die Proben je nach Anforderung warm oder alternativ kalt eingebettet werden, beispielsweise bei temperaturempfindlichen Materialien oder speziellen Probengeometrien.

Für die weitere Oberflächenpräparation stehen sowohl manuelle Schleif- und Poliermaschinen als auch halbautomatische Poliersysteme zur Verfügung. Dadurch können reproduzierbare Präparationsergebnisse für unterschiedliche Werkstoffklassen und Untersuchungsmethoden erzielt werden. Zur Kontrasterzeugung kommen material- und gefügespezifische Ätzverfahren zum Einsatz, mit denen relevante Gefügemerkmale sichtbar gemacht werden. Die Lichtmikroskopie (engl. light optical microscopy, LOM) stellt dabei einen wichtigen ersten Schritt der Gefügecharakterisierung dar. Für besonders anspruchsvolle analytische Aufgaben der Rasterelektronenmikroskopie (engl. scanning electron microscopy, SEM), etwa Rückstreuelektronenbeugung (engl. electron backscatter diffraction, EBSD), können Oberflächen mit geringem Verformungseintrag durch Vibrations- oder Elektropolieren hergestellt werden.